Speisekarte Hotel Blinnenhorn

Suppen

Tagessuppe
7.--
Walliser Brotsuppe
7.--
Kraftbrühe mit Einlage
7.--

 

Kleine Gerichte aus der kalten Küche

Grüner Salat
6.50
Bunt gemischter Salat
8.50
Grosser Salatteller
15.--
Gommer Wurst-Käsesalat garniert mit frischen Salaten
16.--
Feiner Thonsalat garniert mit frischen Salaten
16.50
Gluschtiger Siefleischsalat mit frischen Salaten
16.50
Insalata Caprese Tomatensalat mit Mozarella
16.50

Diverse Sandwiches

 

Kleine Gerichte aus der warmen Küche

Omelette mit Schinken
13.--
Walliser Käseschnitte (mit Schinken und Tomate)
17.50
Heisser Beinschinken mit frischen Salaten
17.50
Pilzragoutpastetchen mit Reis und Gemüse
17.50

 

Folgende Gerichte servieren wir Ihnen gerne auch als Vorspeisen

Toast Williams nach Art des Hauses
14.50
Gluschtige Pilzschnitte
15.--
Gommer Carpaccio rohes Rindfleisch garniert mit Hobelkäsespäne
18.--
Geräuchtes Forellenfilet an einer Vinaigrettesauce
16.--

 

Hauptgerichte
(Kleinere Portion Reduktion Fr. 2.--)


Paniertes Schweins-Schnitzel
mit Pommes-Frites und Gemüse

23.--

Fritierte Zanderfilet im Bierteig
Pommes-Frites und grüner Salat

28.--

Schweine-Kotelette Chasseur
mit Pommes-Frites und Gemüse

25.--

Poulet-Brust-Filet an Rahmsauce
Reis und Gemüse

25.--

Fitnessteller
Schweins-Steak mit verschiedenen frischen Salaten

25.--

Schweins-Steak an Pilzrahmsauce
mit Teigwaren und Gemüse

27.--
Schweins-Cordon-Bleu Moritz
mit Pommes-Frites und Gemüse
28.--
Fohlenfilet an Gommer-Kräutersauce
mit Kroketten und Gemüse
30.--
Schweins-Cordon-Bleu ITALIA
mit Pommes-Frites und Gemüse
30.--
Kalbs-Saltimbocca Romana
mit Spaghetti und Gemüse
32.--

 

Für unsere kleinen Gäste
( werden nur an Kinder serviert )

Rottähääggi-Teller*
Feini Fischstäbchen mit Pommes-Frites und Gemüse
10.50
Mickey-Maus-Teller
Ckicken-Nuggets mit Pommes-Frites und Gemüse
10.50
Max und Moritz-Teller
Paniertes Schnitzeli mit Pommes-Frites und Gemüse
13.--
Pippi-Langstrumpf-Teller
Rahmschnitzeli mit Pommes-Frites und Gemüse
13.50


 

 

* Die etwas andere   Geschichte vom „ Rottähääggi“

Vor vielen, vielen Jahren, als die Menschen die Natur und ihre Geschöpfe noch achteten, lebte oberhalb von Reckingen, im Blinnental, eine weise, gütige Frau. Die „ Stalerin“, wie sie genannt wurde, wohnte in einer kleinen Hütte, ungefähr da, wo heute die Stalen – Kapelle steht.

Sie half den Reckingern, wo sie nur konnte; stand ihnen mit Rat zur Seite, behandelte ihr Krankheiten und half sogar in Fällen von Liebeskummer.

Ihr Herz aber gehörte den Tieren. Sie kannte jedes Wald- und jedes Haustier mit Namen, tat den Tieren viel Gutes, ja, es hiess sogar, dass sie mit den Tieren sprechen konnte.

Zur gleichen Zeit lebte unten im Dorf ein kauziges, altes Männlein, von allen wurde er nur der „ Hääggi–Josi“ genannt. Nicht mal die Ältesten konnten sich mehr daran erinnern, woher der Name kam.

Der Hääggi–Josi lebte allein und zurückgezogen in einem baufälligen Haus direkt am Rotten. Er war ein seltsamer Mensch, der den anderen aus dem Weg ging, wo er nur konnte; und musste er doch mal mit jemandem reden, so tat er es kurz und unfreundlich.

Nur etwas mochte der Hääggi–Josi noch weniger als die anderen Leute, Tiere! Und dass er sie oft schlecht behandelte, hatte die Stalerin schon oft beobachten müssen.

Eines Tages, als die Sonne so richtig heiss vom Augusthimmel brannte, sass der Hääggi–Josi vor seinem Haus und liess die Füsse im kalten Rottenwasser baumeln, damit er sich ein bisschen Kühlung verschaffen konnte. Seine Ruhe aber wurde gestört: Ein kleiner, braun- grüner Frosch suchte ebenfalls im seichten Wasser Abkühlung und sprang dabei, nur so aus Übermut, dem Hääggi–Josi zweimal über seine dürren Beinchen. Dieser regte sich ob dieser Störung derart auf, dass er den Frosch packte und ihn, so weit er konnte, auf die Matte hinauswarf.

Just in diesem Augenblick kam die Stalerin vorbei; sie sah, wie grob der Hääggi–Josi den Frosch behandelte und geriet darob so in Zorn, dass sie das Männlein am Kragen packte, ihn bis zum Hals in den Rotten tauchte und ihn verwünschte: „Zur Strafe für deine Grobheit gegenüber einem wehrlosen Tier sollst du für immer an dem Ort bleiben, von dem du den armen Frosch verbannt hast! Von nun an soll das Wasser, der Rotten, dein zu Hause sein!“

Sprach’s , drehte sich um und verschwand wieder im Blinnental-Wald.

Als der Hääggi-Josi   sicher sein konnte, dass die Stalerin wieder weg war, wollte er aus dem eiskalten Rottenwasser steigen; aber welch ein Schreck durchfuhr ihn, als er nicht mehr ans trockene Ufer steigen konnte! So sehr er sich auch bemühte – er glitt auf den glitschigen Ufersteinen immer wieder aus und rutschte zurück ins Wasser! Wie ein Echo hallte die Verwünschung der Stalerin in seinen Ohren!

Er versuchte es immer wieder, strampelte und schrie aus Leibeskräften um Hilfe. Doch auch die herbeigeeilten Reckinger konnten ihm nicht helfen;   so sehr sie auch an ihm zogen und zerrten, das Wasser gab ihn nicht mehr frei.

So sass der Hääggi-Josi tagein, tagaus und jede Nacht in seinem nassen Gefängnis. Er ass die Kräutlein und Gräser, die am Rotten wuchsen, und um zu trinken, musste er nur den Kopf leicht senken. Doch er war zornig, und wenn sich die Leute ihm näherten, um zu sehen wie es ihm ginge, versuchte er sie an den Beinen zu packen und zu sich ins Wasser zu ziehen! Und kein Fisch, kein Vogel und auch kein Frosch wagten sich in seine Nähe.

Doch mit der Zeit gewöhnte sich der Hääggi-Josi an sein nasses Schicksal; sein Zorn verrauchte und sein steinhartes Herz wurde weich und friedlich. Er sprach zu sich: „Ich will die Tiere und die anderen Leute nicht mehr länger ängstigen, wenn ich schon hier sitzen muss, will ich dabei doch wenigstens etwas Gutes tun!“ Dem Hääggi-Josi war nämlich schon lange aufgefallen, dass viele Kinder sich gefährlich nahe an den Rotten wagten, und manch eines, nur dank seinem Schutzengel, nicht ins Wasser gefallen und ertrunken war.

Diese Kinder wollte er vor dem Wasser schützen. Wenn nun also eines der Kinder sich dem Rotten näherte, um zu spielen oder einen Fisch zu fangen, klatschte der Hääggi-Josi rasch mit der flachen Hand aufs Wasser, so dass das Kind erschrak und wegrannte; und wenn eines kam, um den Hääggi-Josi zu sehen, versteckte er sich unter den Steinen, so dass das Kind ihn nicht mehr sehen konnte; wenn es dann   aber etwas zurücktrat und   wieder sicheren Abstand zum Wasser hielt, zeigte sich der Hääggi-Josi aufs Neue. So hielt er über die Jahre viele, viele Kinder vom Wasser fern und tat damit viel Gutes für die Dorfbewohner.

Die   Reckinger waren so froh um seine Hilfe, dass sie ihm zum Dank, immer im Herbst etwas von ihren Gärten und Feldern ans Ufer legten – und Hääggi-Josi nannten sie ihn schon lange nicht mehr – er war das Rottähääggi geworden!

Und heute?

Wenn ihr liebe Kinder, und auch die grossen Leute, gute Augen und ein bisschen Geduld habt, könnt‘ ihr unser Rottähääggi noch heute zwischen den Steinen am Ufer des Rotten beobachten. Schaut nur genau hin, dann könnt ihr seine Äuglein im Wasser blitzen sehen. Aber vergesst nicht, geht nicht zu nahe ans Wasser, sonst verschwindet das Rottähääggi sofort und lässt sich nicht mehr blicken!

 

Cornelia Carlen, Reckingen im Frühling 2003